
Die "Wissenschaftliche Neugierde" begleitet das Projekt! Doch kann sich diese Neugier nicht richtig entfalten, solange
geeignete Daten fehlen. Die doppelte Weltumseglung führt durch wissenschaftlich wenig bis kaum erforschte
Regionen im südlichen Ozean. sail2horizons wird Daten liefern, die für die Untersuchungen anthropogener Einflüsse
eine wertvolle Basis darstellen.
Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:
- Wie hoch sind die Konzentrationen an anthropogenen (Blei & Cadmium) Schwermetallen außerhalb
der Zivilisation? - Wie hoch sind die Konzentrationen der klimarelevanten Mikronährstoffe (Eisen, Mangan und Kobalt) im Oberflächen-Wasser der verschiedenen Regionen des "Southern Oceans"?
- Gibt es Düngungseffekte in Form von Phytoplanktonblüten in Abhängigkeit von der Windrichtung und
zur Entfernung der Kontinente sowie in Abhängigkeit zu Fluktuationen des Salzgehaltes und der Temperatur? - Können entlang der Route anhand der Wasserfarbe Gebiete mit Einfluss von Saharastaub, Flusswasser
sowie
Blüten absorbierender und streuender Phytoplanktonarten speziell im Südpolarmeer identifiziert werden?

Unser Forschungspartner ist das Leibniz-Institutfür Ostseeforschung Warnemünde.
Für diese Thematik wäre das der erste weltweit verfügbare, komplette Datensatz vom "Southern Ocean" rundum!

Wie werden die wissenschaftlichen Fragen angegangen?
Alle 2 - 4 Tage werden Proben für chemische Analysen genommen und parallel dazu Messungen der Wasserfarbe
sowie der hydrographischen und meteorologischen Parameter durchgeführt. Die Probenahme und die Messungen
werden so organisiert, dass Bernt Lüchtenborg einen möglichst geringen zeitlichen, körperlichen und
bedienungstechnischen Aufwand hat.
Die Daten werden auf dem Computer gespeichert und über Inmarsat an das IOW übermittelt.
Die Proben werden vom IOW auf klimarelevante Mikronährstoffe, Eisen, Kobalt und Mangan sowie auf
anthropogenen Schwermetalle Cadmium und Blei analysiert.
"Ocean Colour" - Sensoren messen die Wasserfarbe,die Auskünfte überverschiedene Algenblüten und Flusseinträge an der Meeresoberfläche geben.
Die Sensoren sind ca. 20 Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von
5 Zentimeter. Es ist vorgesehen, einen Sensor zur Messung der einfallenden
Sonneneinstrahlung am Heck des Bootes (Geräteträger) zu installieren.
Der zweite Sensor misst das aus dem Wasser zurück gestreute Licht (Wasserfarbe)
und wird mit der CTD so kombiniert, dass alles in nur einem gemeinsamen
Messvorgang realisiert werden kann.
Mess-Sonden sollen vom Boot aus direkt Informationen über die Windsituation,
den Salzgehalt und die Wassertemperatur liefern.
Die "Ocean Colour" - Sensoren werden von der Fa. Trios aus Oldenburg zur Verfügung gestellt.
CTD - Profile (CTD - Conductivity, Temperature, Depth)
Mit diesen begleitenden Parametern können z.B. bei Veränderungendes Salzgehaltes mögliche Süßwasser- und Mikronährstoffquellen
durch das Schmelzen von Eisbergen identifiziert werden.
CTD - Conductivity, Temperature, Depth
Das CTD-Sonden-System wird in den oberen 20 Metern der Wassersäule
gefahren. Es wiegt ca. 10 Kilo und wird über einen Davit am Heck der
Yacht betrieben - die Messungen erfolgen vor der Wasserprobenahme.
Das CTD-System und der Strahlungssensor werden kombiniert, so dass nur
ein Messvorgang notwendig ist. Die Messdaten werden auf dem
angeschlossenen Computer gespeichert und können regelmäßig per
Satellit übermittelt werden.
Die technische Durchführung der Probenahmen
Die Probenahme erfolgt in Abhängigkeit von der Wettersituation alle 2 - 4 Tage. Dabei wird eine entkontaminierte
Probenflasche aus Polyethylen in ein ca. drei Meter langes präpariertes Teleskoprohr (Aluminium) eingespannt,
so dass die Probenahme bequem von Bord der Yacht aus durchgeführt werden kann. Die Proben werden konserviert, in PE-Beuteln doppelt verpackt und in einer Kunststoffbox bis zur Messung im IOW aufbewahrt.
Die vorgereinigten Probenflaschen werden vom IOW zur Verfügung gestellt. Es ist geplant, dass der erste Probensatz bereits am Wendepunkt Gran Canaria übergeben wird. Da die Yacht aus Aluminium ist, besteht keine
Kontaminationsgefahr der Schwermetalle, deren Konzentrationen letztendlich in den Proben gemessen werden
sollen.
Das in den Probenflaschen zur Reinigung enthaltene "Reinst-Super-Wasser" kann jeweils für die salzfreie Spülung
des Sondensystems nach der Nutzung verwendet werden.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auch Menüpunkt Download und unter folgenden Links:
www.io-warnemuende.de
sar.io-warnemuende.de