
08.06.2010 22:43:35
63.Seetag – Es ist bitter die erkämpften Meilen wieder hergeben zu müssen, noch schlimmer das Gefühl in der Nacht fast das Schiff zu verlieren! Bei Schauerböen von 60kn die in die Ankerbucht fegen, stecke ich zu 50m Kette, 30m Leine. Dennoch bricht der Anker aus dem Grund. Nach neuem Ankermanöver wiederholt sich der Horror, doch als ich Leine und Kette an Bord habe, (mit gestauchtem Handgelenk!) fehlt die Ankerpiek. Vermutlich unter einem Fels vom gewaltigen Winddruck abgerissen. Irre durch die Nacht in schweren Schauerböen die mir am Scherenschnitt der Isla Noir den Rest an Orientierung nehmen. Wohin? Der Orkan gibt mir keinen Raum zum Nachdenken. Es gilt die Nacht zu überleben und dem Verstand zu folgen. Mit meiner Handverletzung und der zu reparierenden Aries laufe ich vor dem Wind nach Ushuaia ab. Bin unsagbar enttäuscht wg. der Unterbrechung. Andererseits lebt dieser unglaubliche Törn von den Geschichten des Abenteuers sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Damit umzugehen, fertig zu werden. Aufgeben ist zu einfach. Morgen durch die Gletscherwelt Feuerlands, dann in Ushuaia reparieren, ein anständiges Asado, Mund abwischen und weiter Kurs West !!