09.03.2010 11:10:23

228. Seetag – Die Takelage macht einen Höllenlärm, das Geschaukel zerfasert meine Nerven. Kein Wind, die totale Flaute. „Kopf hoch“, Klaus Störtebeker taucht auf, wie er in Hamburg, ohne Kopf an 12 Getreuen vorbei lief. Hab die südlichen Inseln der Kapverden erreicht. Das Leben kommt zurück. Möwen kreisen aufgeregt im Luftstrom, während ich an die ruhigen Flüge der Albatrosse denke. In der Nacht zwei Fischerboote auf Kollisionskurs, ein Containerschiff querab. Ein Schei..gefühl mit kaum Fahrt im Schiff durch die Nacht zu treiben. Bleibe zur Sicherheit mit Halogenstrahler und VHF-Funkgerät während der ganzen Nacht im Cockpit. Da war noch einer….Der Teufel schaut mir über die Schulter, zählt die verschluckten Silben beim Vaterunser und notiert jede Minute Schlaf während der Nachtwache. Über mir explodiert das Sternenmeer, darin die schwarzen Löcher des Universums, wo die Zeit still steht, wo alles aufhört. Die ewigen Kalmen des Raumes. Ab und zu sehe ich eine Sternschnuppe. Während sie den Himmel überquert, halten die übrigen Sterne inne, um ihr staunend nachzublicken. Ich wünsch mir etwas und lass meine Gedanken los: Die Happy-hour der Zufriedenheit. Der Passat ist zurück, das Haus steht wieder schief. Hoch am Wind stampft Horizons Kurs Nord.